„Wir brauchen bei der Versorgung der Patienten mit Fertigarzneimitteln freie Hand"

Der amtierende Vizepräsident der Bundesapothekerkammer, Thomas Benkert aus Bayern, will nach der Wahl am 26. November dieses Jahres an der Spitze der BAK stehen. Im Gespräch mit der DAZ erläutert er seine Ziele für eine mögliche Amtszeit.

DAZ: Herr Benkert, Sie kandidieren für die Wahl zum nächsten Präsidenten der Bundesapothekerkammer. Erklären Sie uns bitte kurz, wie es zu der Entscheidung kam.

Benkert: Seit acht Jahren konnte ich als Vizepräsident viel Erfahrung sammeln, mich bei etlichen Projekten einbringen mit dem Ziel, unseren Berufsstand zukunftsfähig zu machen und erfolgreich weiterzuentwickeln. Als Dr. Andreas Kiefer im August seinen Rückzug aus der Standespolitik auf Bundesebene bekannt gab, stand meine Entscheidung fest: An der Spitze der BAK möchte ich in den nächsten Jahren an den zahlreichen Heraus­forderungen wie der Umsetzung des E-Rezepts, der Etablierung honorierter pharmazeutischer Dienstleistungen, der Novellierung der Approbations­ordnung und dem Abbau überbordender Bürokratie im Apothekenbereich mitwirken.

DAZ: Mit dem Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) soll der historische Schritt hin zu den vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungen gelingen. Das würde für die BAK bedeuten, dass über die konkreten Tätigkeiten öffentlich gesprochen und mit den Krankenkassen verhandelt werden muss. Wie sieht denn der konkrete Fahrplan aus? Wann können wir damit rechnen, dass ein entsprechender Katalog endlich den politischen Entscheidern vorgelegt wird?

Benkert: Der für mich wichtigste Punkt im VOASG ist zunächst einmal die Umsetzung der Gleichpreisigkeit bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Und das nicht nur in der GKV, sondern ganz entscheidend auch in der PKV und für Selbstzahler. Hier müssen wir alle das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren weiterhin konstruktiv-kritisch begleiten. Natürlich ist auch im Sinne der Weiterentwicklung des Berufsstands die Einführung honorierter pharmazeutischer Dienstleistungen entscheidend. Nun sollen ja auch die vergüteten Botendienste aus der Coronakrise verstetigt werden. Allerdings muss es uns hier ganz klar gelingen, dass die neue Botendiensthonorierung nicht die für Dienstleistungen vorgesehenen Mittel mindert!

DAZ: Werden wir noch vor Ihrer möglichen Amtszeit über konkrete pharmazeutische Dienstleistungen sprechen können?

Benkert: Der von der BAK erstellte Katalog mit für eine Honorierung geeigneten pharmazeutischen Dienstleistungen wird voraussichtlich Ende Oktober im ABDA-Gesamtvorstand diskutiert. Oberstes Gebot ist, dass diese Dienstleistungen für möglichst viele Apotheken auch umsetzbar sein müssen. Es soll keine „Leuchtturm-Dienstleistungen“ geben, die nur sehr wenige Apotheken schultern können.

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